Die sieben Tugenden oder Prinzipien des Bushido

Das erste ist Gi, die Aufrichtigkeit und Rechenschaft
- beschreibt eine durch die Vernunft getroffene Entscheidung.
Das zweite ist Rei, die Höflichkeit und Etikette
- als aufrichtiges Gefühl der Achtung gegenüber anderen. Höflichkeit ist somit keine oberflächliche Floskel, sondern ein realer Ausdruck des Respekts für das jeweilige Gegenüber.
Das dritte, Yu, der Mut
- bedeutet zunächst die richtige Einschätzung einer Situation um dann entsprechend zu handeln.
Das vierte ist Meiyo, die Ehre
- und bedeutet eine Wertschätzung der Pflichten und Privilegien des Samurai. Da die Ehre oder auch der Name des Samurai als unsterblicher Teil der Existenz verstanden wurde, war eine Verletzung der Ehre für den Samurai nicht hinnehmbar (Nitobe, S. 66) und wurde bei Fremdverschulden durch den Tod des Betreffenden, bei Eigenschuld durch rituellen Selbstmord (Seppuku) aus Scham wiederhergestellt.
Das fünfte ist Jin, die Güte, das Mitgefühl und die Menschenliebe
- dies meint das Wohlwollen als universelle Liebe für andere, wie auch das Schöne der Welt die einen umgibt, schätzen zu wissen. Hierzu gehört auch sich mit anderen Künsten zu beschäftigen, welche nicht mit dem Budo verwoben sind.
Das sechse ist Makoto oder Shin, Geistesbildung, Wahrheit und Wahrhaftigkeit
- diese ist eng mit der Höflichkeit verbunden. Lügen galt dem Samurai nach Nitobe nicht als Sünde, sondern wohl noch schlimmer als Schwäche.
Das gesprochene Wort eines Samurai war von solchem Gewicht bezüglich des Wahrheitsgehalts, dass ein schriftlicher Vertragsabschluß mit einem Samurai unüblich war und eine schwerwiegende Beleidigung für die Ehre des betreffenden Bushi darstellte
Das siebte ist Chu, die Treue und Loyalität
- und stellt das Wohlergehen der Gruppe oder Gemeinschaft über den Einzelnen. Da der einzelne Samurai sich als aus dem Staat oder Land hervorgehend sah, wurde der Herr als Repräsentant desselben gesehen und mit unbedingter Treue bedacht (Blomberg, S. 64ff.). Das Leben selbst galt als "günstig" sofern durch seinen Verlust Ehre und Ruhm erlangt werden konnten und der Schlüssel dies zu bewerkstelligen war die Pflicht zur Treue (Nitobe, S. 74).

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